Schladerer-Bar Staufen

Philipp Schladerer brennt für die Marke Schladerer – und hat mit dem Umbau der Räume neue Akzente gesetzt
Philipp Schladerer brennt für die Marke Schladerer – und hat mit dem Umbau der Räume neue Akzente gesetzt

Schladerer ist mehr als Obstbrand. Mit der neuen „Schladerer-Bar“ erweitert die Traditions-Brennerei in Staufen ihr Besuchererlebnis um Führungen, Verkostungen und Gastronomie. Geschäftsführer Philipp Schladerer erklärt im Interview, wie das Konzept entstanden ist und welche Rolle Schafferer bei der Umsetzung spielte.

Schafferer: Herr Schladerer, heute kommen Besucher nicht nur zum Einkaufen zu Ihnen, sondern auch auf einen Cocktail an die Bar. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Philipp Schladerer: Die Hochphase der Obstbrände lag in den 1970er- und 1980er-Jahren. Heute werden Obstbrände anders konsumiert als früher. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, neue Wege aufzuzeigen und in unserem Haus erlebbar zu machen, wie vielfältig und zeitgemäß diese Kategorie sein kann. Die Marke und das, was Menschen mit ihr verbinden, gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Am Ende ist es oft das persönliche Erlebnis, das Menschen nachhaltig begeistert und ihnen einen Zugang zu unseren Produkten eröffnet.

Gemütlicher geht's kaum: Bei der Neugestaltung wurde Altes bewahrt und behutsam mit neuen architektonischen Lichtpunkten angereichert
Gemütlicher geht's kaum: Bei der Neugestaltung wurde Altes bewahrt und behutsam mit neuen architektonischen Lichtpunkten angereichert

Schafferer: Wie sah Ihre Vision aus?

Philipp Schladerer: Als ich 2010 ins Unternehmen kam, wollte ich das Besuchererlebnis von Anfang an ausbauen. Mein Vorbild waren die Whisky-Destillerien in Schottland oder die Bourbon-Destillerien in Kentucky. Unsere Brennerei war gegen die noch deutlich geschlossener. Es gab natürlich unser „Lädele“, aber viele Bereiche konnten Besucher nicht erleben.

Bis wir das heutige Konzept gefunden hatten, brauchte es drei Anläufe. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Boucherie Vollmert dachten wir über ein größeres Gastronomiekonzept nach. Aus baulichen Gründen haben wir diesen Ansatz verworfen. Am Ende entstand die Idee, eine hochwertige Bar in den Mittelpunkt zu stellen und den Fokus bewusst auf Getränke zu legen.

Was für ein Meisterwerk! Der maßgeschneiderte Zinktresen wurde in Frankreich gegossen. Seine matte Oberfläche wird ab jetzt eine einzigartige Patina ansetzen und seine eigene Geschichte schreiben
Was für ein Meisterwerk! Der maßgeschneiderte Zinktresen wurde in Frankreich gegossen. Seine matte Oberfläche wird ab jetzt eine einzigartige Patina ansetzen und seine eigene Geschichte schreiben

Schafferer: Das Ergebnis verbindet Historie und Moderne sehr harmonisch.

Philipp Schladerer: Das war uns sehr wichtig. Die Architekten hatten ein gutes Gespür für das Bestehende und die Geschichte des Hauses. Wir haben viele Elemente bewusst erhalten: Der Boden ist zum Beispiel noch original. Früher befand sich hier der Pferdestall, die Spuren der Pferde, die den Boden in ihren Boxen austraten, sind bis heute sichtbar. Auch unser Lädele haben wir erhalten, samt der maßgeschreinerten Retro-Möbel.

Gleichzeitig öffnet sich der Blick von dort jetzt direkt in die Brennerei. Im Winter können unsere Gäste den Brennblasen bei der Arbeit zusehen. So wird die Geschichte unseres Hauses erlebbar.

Innenansicht: Die Edestahlarbeiten des Innentresens und der Kühlung sind Schafferer-Maßarbeit vom Feinsten
Innenansicht: Die Edestahlarbeiten des Innentresens und der Kühlung sind Schafferer-Maßarbeit vom Feinsten

Schafferer: Neben dem Lädele haben Sie einen neuen Gastraum geschaffen, dessen Herzstück eine einzigartige, halbrunde Zinntheke ist.

Philipp Schladerer: Absolut. Die Theke mit ihrer Rundung ist ein Traum, sie wurde in Frankreich aus gegossenem Zinn gefertigt, dieser entwickelt mit der Zeit eine wunderschöne Patina, samt kleiner Macken. Ihre Form war uns wichtig, man kommt automatisch miteinander ins Gespräch! Obstbrand ist eine gesellige Spirituose. Dieses Gefühl wollten wir an der Bar schaffen. Premium und Wertigkeit sind unser Anspruch – und das sollte sich auch in der Gestaltung widerspiegeln.

Schafferer: Wie umfangreich war der Umbau?

Philipp Schladerer: Insgesamt hat das Projekt rund neun Monate gedauert, wobei wir uns gedanklich schon deutlich länger damit beschäftigt hatten. Umgebaut wurde ein großer, bis dahin recht wenig genutzter Raum von ca. 150 m2. Er ist jetzt Bar und Restaurant. Auch ein Teil des Lädele, die Toiletten, ein Verkostungsraum und natürlich der Küchenbereich. Die bestehenden Decken blieben erhalten, dazu kamen zwei Durchbrüche. Gleichzeitig mussten wir die Besucherführung so planen, dass unsere Gäste die Brennerei erleben können, ohne in den Produktionsbereich zu gelangen.

Luftig, großzügig und durchdacht: der Gastraum der Schladerer Bar
Luftig, großzügig und durchdacht: der Gastraum der Schladerer Bar

Schafferer: Für die gastronomischen Bereiche haben Sie auf Schafferer gesetzt. Wie kam es dazu?

Philipp Schladerer: Uns war wichtig, lokale Spezialisten einzubinden. Schafferer hat uns mit dem Gesamtpaket überzeugt. Das Angebot war wirtschaftlich – und damit meine ich nicht nur den Preis, sondern vor allem die Qualität. Gastronomie ist für uns ein neues Geschäftsfeld.  Deshalb ist es enorm wertvoll, wenn Partner wie Schafferer mitdenken und ihre Erfahrung einbringen.

Schafferer: Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Schafferer erlebt?

Philipp Schladerer: Sehr professionell. Wenn während des Einbaus Fragen aufkamen, wurde immer von Seiten Ihrer Mitarbeiter lösungsorientiert kommuniziert. Der komplette Einbau war innerhalb von zwei Tagen erledigt. Besonders beeindruckt hat mich das Zusammenspiel aller beteiligten Gewerke – Kältetechnik, Schafferer als Küchenbauer, Schreiner, Thekenbauer, Sanitär und Elektro.

Alle haben dank der hervorragenden Koordination zwischen unseren Architekten und dem Schafferer Planungsteam, mit Christoph Walczuch und Marco Herr, reibungslos zusammengearbeitet und die Schnittstellen zwischen den Gewerken optimal abgestimmt.

Im Herzen von Schladerer: zwei große Brennblasen
Im Herzen von Schladerer: zwei große Brennblasen

Schafferer: Welche Bereiche hat Schafferer konkret umgesetzt?

Philipp Schladerer: Im Thekenbereich stammen die runde Kühlung und die Edelstahlarbeiten von Schafferer. Im Back-Bar-Bereich wurde die komplette Arbeitsfläche mit Kühlauszügen, Abfallsystemen und Back-Bar-Tresen umgesetzt. In der Vorbereitungsküche kamen unter anderem der Arbeitstisch, die Einbindung der Eiswürfelmaschine und die Gastro-Spülmaschine hinzu. Außerdem hat Schafferer die Kühltheken mit unterschiedlichen Temperaturzonen sowie den Spülbereich mit Jiggerspüler realisiert.

Schafferer: Wie wird das neue Konzept heute angenommen?

Philipp Schladerer: Sehr gut. Von vielen unserer Gäste haben wir das Feedback bekommen, dass diese Art von Gastronomie in Staufen gefehlt hat. Besonders beliebt ist unser Williams Sour. Cocktails laufen insgesamt hervorragend. Daneben bieten wir unser komplettes Schladerer-Sortiment sowie Weine, Bier und alkoholfreie Getränkean. Nach unseren Führungen finden im Verkostungsraum Tastings statt. Dort haben rund 20 Personen Platz.

Außerdem bewirtschaften wir neben der Schladerer-Bar im Innenbereich inzwischen auch den Außenbereich unter den Platanen – im Sommer kommt da ein richtiges Frankreich-Feeling auf. (lacht)

Philipp Schladerer – seit 2010 leitet er das Team der Traditionsbrennerei
Philipp Schladerer – seit 2010 leitet er das Team der Traditionsbrennerei

Schafferer: Worauf sind Sie heute besonders stolz?

Philipp Schladerer: Darauf, dass wir einen Ort geschaffen haben, der unsere Marke erlebbar macht. Geschichte und Moderne passen hier einfach wunderbar zusammen. Die alte Sitzbank ist geblieben, der historische Boden erzählt noch von der früheren Nutzung und die Zinntheke bildet das Herzstück des Raumes. Und unsere Gäste können in die Brennerei blicken und erleben, wie unsere Produkte entstehen.

Genau das hatten wir uns vorgenommen.

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