Confiserie Böckeler – Kaffeehauskultur mit Tradition

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Seit Generationen brennt die Familie Böckeler für ihr Konditorenhandwerk.

Seit bald einem Jahrhundert existiert die Confiserie Böckeler in Bühl. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Familienbetrieb vergrößert und überregional einen Namen gemacht. Die gefragten Caféhäuser mit ihrem Sortiment an Kuchen, Torten, Pralinen, Eis und vielen anderen Leckereien ziehen heute mehr denn je Menschen an, die die hohe Konditorenkunst der Familie Böckeler zu schätzen wissen. Wir haben mit dem Seniorchef Stefan Böckeler gesprochen.

Schafferer: Sie haben 1998 den elterlichen Konditoreibetrieb übernommen. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Stefan Böckeler: Ich wollte immer Konditor werden, ich musste es nie. Im kleinen Betrieb meiner Eltern, den diese ihrerseits von meinem Großvater übernommen hatten, sah ich Potenzial. Weil wir was hergestellt haben, das die Leute erfreut, das sie glücklich macht, das die Menschen begeistert. Konditorei hat Zukunft, zumindest für uns – meine drei Söhne, meine Frau und mich und natürlich unsere vielen Angestellten.

Schafferer: Ein Caféhaus wie Ihres gibt es in Deutschland nur eine Handvoll. Wie sind Sie aufgestellt?

Stefan Böckeler: Wir haben mittlerweile 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind 35-40 in der Produktion. Wir haben in unserer Manufaktur in Bühl fünf Bäcker, 15 Konditoren-Azubis, Konditorengesellen und -meister. Außerdem an unseren weiteren Standorten Servicekräfte, Verkäuferinnen, Köche, Küchenhelfer, Spüler und Baristas.

Schafferer: Die Confiserie Böckeler findet man mittlerweile nicht nur in Bühl. Aus einem Betrieb wurden sechs Betriebe. Wie funktioniert das logistisch?

Stefan Böckeler: In unserem Stammhaus in Bühl, der Manufaktur mit Verkaufsstelle, produzieren wir alles: Brot, Brötchen, Hefesachen, Plunder, was von den fünf Bäckern gemacht wird, oder die anderen Produkte: Pralinen, Macarons, Eis, Torten, Kuchen, Konfitüren. Morgens fahren wir dann alles nach Baden-Baden oder nach Karlsruhe. Wir beliefern 2-mal täglich frisch. Aber auch weitere Ziele fahren wir an: Eine Besonderheit sind nämlich unsere vielen Hochzeitstorten. Wir haben eine eigene Kreation nach englischem Vorbild auf deutsche Qualitätsstandards runtergebrochen. Hochzeitstorten sind sehr gefragt, wir liefern sie bis in die Schweiz!
In Baden-Baden findet man uns an zwei Orten: in unserem Café und in einem Stehcafé, das neben Backwaren viel Patisserie anbietet. In Karlsruhe haben wir das Ringcafé. Und in Ettlingen ist unser jüngster Standort, den haben wir im November 2022 eröffnet.

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Hochwertiges klassisches Caféhausambiente kommt bei den Gästen gut an.

Schafferer: In Ettlingen haben Sie auch Ihre erste Küche von Schafferer einbauen lassen. Backen Sie hier auch?

Stefan Böckeler: Nein, diese Küche dient als reine Frühstücksküche bzw. unserem Konditoren-Mittagstisch.

Schafferer: Was bedeutet das konkret?

Stefan Böckeler: Dies hier ist eine Fertigungsküche, keine Produktionsküche. Unsere Kunden kommen gerne zum Frühstück, und wir haben einen Anspruch auf guten Kaffeehaussnack, das muss man in einer Konditorei haben. Also Gerichte zwischen 10 und 20 Euro. Dazu gehören Klassiker wie Hawaiitoast, Königinpastetchen, Quiche oder auch mal Fisch. Dafür ist unsere Küche ausgerichtet.

Schafferer: Gibt es auch Pommes frites?

Stefan Böckeler: Nein, darauf verzichten wir. Es riecht zu stark, und die Lüftungsanforderungen sind nochmals anders. Unsere Küche ist klein und fein, fürs Herrichten von Frühstück oder den Mittagssnack reicht sie vollkommen. Und unsere Ragouts und Bolognese-Saucen oder Suppen werden von unseren Köchen zentral in Baden-Baden hergestellt, vakuumiert und hierhergebracht.

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Funktional, klein und bestens ausgestattet mit allem, was man für den klassischen Konditorenmittagstisch braucht. Neben Induktionherd und Grill spielen Saladette und Salamander eine wichtige Rolle.

Schafferer: Wie kamen Sie auf Schafferer?

Stefan Böckeler: Das geschah über einen alten Freund, der schon viel mit Schafferer gemacht hat, der sagte: „Mensch, ruf doch mal den Frank Jehl an“, und dann gab er mir seine Nummer. Es war schnell klar, dass wir Schafferer das Vertrauen schenken, weil wir gemerkt haben, dass da viel Kompetenz dranhängt. Euer Planungsteam, Frank Jehl, Theo Wipfler und Peter Kopiec, haben einen tollen Job gemacht, und es wird nicht das letzte Objekt sein, das wir mit Schafferer zusammen machen!
Wir sind hier glücklich mit der Küche, sie ist klein aber fein, und man kann sehr gut mit ihr arbeiten.

Schafferer: Ihr jüngstes Café in Ettlingen befindet sich in einem Altbau. Gab es da besondere Herausforderungen beim Einbau?

Stefan Böckeler: Es waren schon größere Anforderungen! Das hier ist ein historisches Gebäude, da kann man nicht einfach Löcher bohren. Es lief schließlich sehr gut, war aber auch etwas tricky, weil wir wenig Fläche haben: Der Raum ist extrem schmal, wir haben jeden Millimeter ausgenutzt, damit wir arbeiten können.

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Das Sortiment umfasst neben klassische englischen Hochzeitstorten, Kuchen und Pralinen noch viele weitere Spezialitäten, wie diese französischen Macarons.

Schafferer: Wie lange brauchten Sie für den Um- und Einbau?

Stefan Böckeler: Ein dreiviertel Jahr vor Eröffnung begann die Planung, dann die Bauzeit, und im November 2022 eröffneten wir. Und wir sind überrannt worden!

Schafferer: Noch ein Wort zu Ihrer Familie: Sie haben drei Söhne, und alle sind im Unternehmen…

Stefan Böckeler: (schmunzelt) Sebastian, Christian und Fabian waren von klein auf mit im Betrieb, sie erlebten die Siebentagewoche, und sie wuchsen mit Eltern auf, die samstags nie frei hatten. Wir waren immer im Betrieb und immer in der Aufbauphase.
Dann wurden die Jungs größer, und mittlerweile sind alle drei in der Geschäftsführung. Sie haben alle bei uns gelernt, alle mit höchster Auszeichnung! Wir sind die einzige Familie im Handwerksbereich in Deutschland, die in der Familie drei Bundessieger hat (strahlt).

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Seit Ende 2022 prangt auch in Ettlingen der Böckeler-Schriftzug über der Tür zum jüngsten Caféhaus.

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